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Chronik

Chronik

Entwicklung des Brandschutzes und Entstehung der Feuerwehr in Gresaubach

Wenn die Feuerwehr Gresaubach in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiert, so soll das nicht heißen, dass in unserem Ort nicht schon lange vorher dem Brandschutz Rechnung getragen wurde. Denn wie aus einem Bericht des königlich-preußischen Bürgermeisters der Bürgermeisterei Bettingen vom 9.11.1818 hervorgeht, wurden bereits – als unser Gebiet zur pfalz-zweibrückischen Herrschaft gehörte – 1787 bis 1793 hier die ersten Feuerspritzen angeschafft; eine Feuerspritze in Außen und eine tragbare Feuerspritze in Gresaubach. Die Gresaubacher Feuerspritze war 1818 noch vorhanden, aber nicht betriebsbereit. Die Außener Feuerspritze war offenkundig zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vorhanden. Auf Anordnung von Bürgermeister Groß der Meierei Bettingen vom 12.09.1818 war die Gresaubacher Feuerspritze auf das Bürgermeisteramt nach Bettingen zu schaffen „und die Reparaturen derselben unverzüglich in Verdingung zu geben“.

Welche technische Errungenschaft dies für unseren Ort bedeutete, können wir vielleicht ermessen, wenn wir wissen, dass unser Dorf unter der pfalz-zweibrückischen Herrschaft nur aus 12 Haushaltungen bestand. Als 1816 nach französischer Herrschaft unser Gebiet zu Preußen kam, wurden in der Brandverhütung und Brandbekämpfung die größten Anstrengungen unternommen. Der Saarlouiser Landrat Jacob Christian Schmelzer veröffentlichte in schneller Folge zwischen dem 02.10.1816 und dem 18.03.1818 drei Verordnungen im „Intelligenzblatt des Kreises Saarlouis“. In der ersten Verordnung griff er zunächst die bereits in der Polizeiverordnung vom 30.10.1769 aufgeführten passiven Brandschutzvorschriften auf und bewehrte sie im Verstoßensfall mit harten Strafen. Zudem wurden die Pflichten der Einwohner im Brandfall bestimmt und versucht, die Löscheinsätze zu ordnen. So mussten Einwohner, deren Haus über einen Brunnen verfügte, Wasser zur Verfügung stellen. Geräte, wie Zuber oder Leitern, waren zu stellen. Handwerker hatten ihre geeigneten Werkzeuge mitzubringen. Die Einsatzleitung oblag dem Ortsvorsteher. Allein schon an der Bereitstellung von geeigneten Eimern und Zubern hat es gemangelt. Nur so ist es zu verstehen, dass in der Verordnung vom 18.03.1818 festgelegt wurde, dass Neuvermählte Feuereimer zu erwerben hatten, deren Beschaffenheit auf das Genaueste vorgeschrieben war.

Beim Ausbruch von Bränden gab es allerlei Belohnungen. Wer zuerst den Brand durch Rufen bekannt machte erhielt 12 Groschen; wer den ersten Feuerhaken zur Brandstätte schaffte erhielt 18 Groschen.

Der in der Verordnung vom 23.04.1817 vorgeschriebenen Bildung von „FeuerlöschVereinen“ ist man wohl aus Geldmangel nicht nachgekommen.

Wie groß ein Schadensfeuer sich bei strohgedeckten Häusern auswirken kann, das sehen wir für unseren Ort bei dem Brand vom Januar 1821, als dem Feuer 5 Häuser und 4 Scheunen zum Opfer fielen. Hier konnten die Gresaubacher mit ihrer reparierten Tragespritze wenig ausrichten. Auch die von Lebach herbeieilende FeuerlöschCompagnie mit ihrer Feuerspritze wusste diesen großen Schaden nicht zu verhüten. Hierbei sei zu erwähnen, dass ein Matthias Biesel eine Belohnung von 4 Reichstalern bekam, da er als erster mit der Lebacher Feuerspritze am Brandherd war.

Im Kreis Saarlouis wurde die Anschaffung von Feuerlöschgeräten ständig vorangetrieben.

Es waren im Jahre 1823

– 10 große Feuerspritzen

– 3 kleine Feuerspritzen und

– 1890 Löscheimer;

im Jahre 1834

– 253 Feuerhaken

– 3217 Feuereimer

– 137 Feuerleitern und

– 15 Spritzen, darunter auch die Spritze von Gresaubach vorhanden.

Weil jedoch vielerorts der Zusammenschluss von Feuerlösch-Compagnien fehlte, so erließ die preußische Regierung am 14.06.1837 eine Verordnung zum Feuerschutz, nach der in allen Ortschaften, in denen eine Feuerspritze vorhanden war, Branschutzkorps gebildet werden sollten. Diese Verordnung schrieb auch eine genaue Einteilung der freiwilligen Helfer vor. So gehörten zu einer Spritze 28 Mann: 1 Spritzenmeister samt Stellvertreter, 1 Rohrführer und Stellvertreter sowie 12 Pompiers, die sich bei der Arbeit untereinander abwechseln, 1 Leitermeister und 2 Gehilfen, bei jeder Leiter 6 Mann, 1 Hakenmeister und 2 Gehilfen. Wann sich in Gresaubach freiwillige Helfer zu einem solchen Brandkorps zusammenschlossen, ist leider nicht mehr genau festzustellen. Vermutlich ist dies schon im Jahre 1860 geschehen, als in Gresaubach ein große fahrbare Feuerspritze angeschafft wurde, zu der ja auch ein Pferdegespann gestellt werden musste. Bekannt ist nur, dass Johann Berwian 1883 die Führung dieses Brandkorps übernahm und dass somit eine Feuerwehr existierte.

Die Reihe seiner Nachfolger können wir aber erst seit 1908 lückenlos fortsetzen. Es waren dies:

 

Peter Junker - bis 1908

Jakob Pontius - 1908 - 1919

Nikolaus Schedler - 1919 - 1926

Nikolaus Schedler (Wirt) - 1926 - 1936

Peter Buchheit - 1936 - 1951

Alois Schedler - 1951 - 1980

Herbert Buchheit - 1980 - 1986

Erich Schedler - 1986 - 1992

Erhard Buchheit - 1992 - 1998

Peter Buchheit - 1998 - 2010

Thomas Momper - 2010 - 2016

Kai Buchheit - seit 2016

Wenn die Feuerwehr, wie aus Berichten von 1908 und 1913 hervorgeht, vor dem 1.Weltkrieg nur aus einem Löschzug (28 – 31 Mann) bestand, so stieg nach dem 1.Weltkrieg die Mitgliederzahl unter der Führung von Nikolaus  Schedler (1919 – 1926) auf 65 Mann an. Ihm ist es auch zu verdanken, dass das Spritzenhaus an der alten Schule (erbaut 1824), das früher als Scheune diente, einen Schlauchturm erhielt und ein Schlauchkarren mit neuen Schläuchen angeschafft wurde. Dieser Stand der Feuerwehr konnte unter seinen Nachfolgern bis zum 2. Weltkrieg gehalten werden. Als dann 1939 der 2. Weltkrieg ausbrach, wurden viele Feuerwehrmänner zum Kriegsdienst eingezogen. Die Tätigkeit der Feuerwehr kam dadurch fast zum Erliegen. Das Ende des 2. Weltkrieges 1945 bedeutete auch vorübergehend den Stillstand der Feuerwehr. Gresaubach wurde im März 1945 durch die einrückenden amerikanischen Truppen besetzt. Nach dem Kontrollratsgesetz Nr. 52 war jede Vereinstätigkeit verboten. Das galt auch anfangs für die Freiwilligen Feuerwehren. Später setzte man die Wehren auf die halbe Sollstärke. Sie durften jedoch nur im Brandfall tätig werden.

Der eigentliche Wiederaufbau der Gresaubacher Feuerwehr begann dann wieder im Jahre 1948 unter Peter Buchheit, der die Wehr seit 1936  führte. Mit den üblichen Übungen nahm die Wehr ihre Tätigkeit wieder auf.

Im Jahre 1951 trat Alois Schedler die Nachfolge von Peter Buchheit an. Seinem persönlichen Einsatz und der  Hilfe des damaligen Pfarrers Maaß ist es zu verdanken, dass noch im gleichen Jahr eine Motorspritze angeschafft wurde. Von da an begann die eigentliche Aktivierung der Wehr. Die Gemeinde stellte die nötigen Gelder zur

Verfügung, um Jahr für Jahr die technische Ausrüstung der Feuerwehr zu verbessern. Im März 1953 erhielt  die Feuerwehr die ersten  41 Uniformjacken, geliefert von der Fa. Fiedler in Saarbrücken.

 Gresaubacher Wehr mit angehängter Feuerspritze

Das 75-jährige Stiftungsfest 1958 der Freiwilligen Feuerwehr Gresaubach konnte dann gleichzeitig mit der Einweihung eines neuen Gerätehauses begangen werden. Das alte Spritzenhaus an der Schule war längst nicht mehr den Anforderungen der Wehr gewachsen. Da man auch die Anschaffung eines Löschfahrzeuges in Betracht zog, wurde ein neues Gerätehaus in der Römerstraße erbaut. Es wurde auch erstmalig eine Feuersirene auf dem Dach installiert. Somit fand die alte Form der Feueralarmierung, die bis dato noch durch Hornisten vorgenommen wurde, ein Ende.

Im Zuge der Verbesserungen in der technischen Ausrüstung bekam dann die Feuerwehr im April 1963 ein Feuerlöschfahrzeug. Es war dies ein LF 8. Am 20.10.1967 wurde unser Fahrzeug mit einer neuen Tragkraftspritze 8/8 aufgewertet. Durch diese Anschaffungen war ein besserer Brandschutz für unseren Ort gewährleistet. Aber auch der Ausbildungsstand der Wehr, der sich in den folgenden Jahren laufend verbesserte, wurde den steigenden Ansprüchen des Brandschutzes gerecht.

Im  Jahre 1965 wurde unter der Leitung des damaligen Wehrführers Alois Schedler eine Jugendfeuerwehr gegründet. Zum Jugendwart wurde Josef Holzer ernannt.

Das Jahr 1974 setzte dann neue Akzente im Gefüge der Feuerwehr. Durch die Gebietsreform wurde Gresaubach aus dem Amt Schmelz ausgegliedert und kam zur Gemeinde Lebach. Die Freiwillige Feuerwehr Gresaubach wurde zum „Löschbezirk Gresaubach“ innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Lebach. Wehrführer der Feuerwehr Lebach wurde der ehemalige Amtswehrführer des Amtes Eppelborn, Egon Buchholz aus Steinbach. Sein Stellvertreter wurde der Löschbezirksführer Alois Schedler aus Gresaubach, der bis dahin als Wehrführer von Gresaubach auch stellvertretender Amtswehrführer im Amt Schmelz war.

Auch die folgenden siebziger Jahre waren ereignisreich. So wurde 1975 der leerstehende Geräteraum in die Räumlichkeiten des Gerätehauses einbezogen. Das Gerätehaus erhielt ebenfalls eine Toilettenanlage und Duschgelegenheit, welche in Eigenleistung erstellt wurden. Der LF 8 wurde 1976 mit einem Funkgerät ausgerüstet. Die Sirenen, die bereits 1968 gekoppelt wurden, erhielten eine Funksteuerung. Somit ist durch den Notruf 112 eine schnelle und bessere Alarmierung der Feuerwehren möglich.

In kameradschaftlicher Hinsicht blieb der Löschbezirk Gresaubach ebenfalls rührig. So wurde die erste Feier des Florianstages wie auch der erste gemeinsame Familienabend der Freiwilligen Feuerwehr Lebach in Gresaubach abgehalten.

In der Zeit vom 16.07. - 18.07.1983 konnte das 100-jährige Stiftungsfest feierlich begangen werden. Höhepunkte waren unter anderem der vom Löschbezirk und Musikverein Gresaubach durchgeführte Zapfenstreich sowie der von den Ortsvereinen mitgestaltete Bunte Abend, an dem auch ein wohl unvergesslicher Boxkampf stattfand.

Ein besonderes Ereignis an diesem Fest jedoch war die Übergabe und Einsegnung des neuen Löschgruppenfahrzeuges 8, welches über eine Vorbaupumpe verfügte.

LF 8 im Jahr 1983

Damit das Fahrzeug überhaupt in Gresaubach stationiert werden konnte, musste das damalige Tor sowie der Einfahrtsbereich verändert werden. Diese Umbaumaßnahme geschah gemeinsam mit dem Bauhof der Stadt Lebach. In diesem Jahre bestand der Löschbezirk Gresaubach aus 37 Aktiven, 22 Alterswehrund 14 Jugendfeuerwehrkameraden.

Schon früh stellte sich heraus, dass das Feuerwehrgerätehaus nicht mehr zeitgemäß und zu klein dimensioniert war. Daher wurde erstmals 1978 und ein weiterer Antrag 1982 auf Erweiterung bzw. Aufstockung des Feuerwehrgerätehauses eingereicht.

Im Dezember 1984 beschäftigte sich der damalige Ortsrat erstmals mit dem Problem.

Bis 1986 wurde von einem Um- bzw. Erweiterungsbau am alten Standort in der Römerstraße ausgegangen. Überraschend beschloss der Stadtrat Lebach im selbigen Jahr den Standort Alte Schule für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses vorzusehen.

Nach einigen verworfenen Bauplänen wurde der endgültige Standort im Bereich der Alten Schule (Wendalinusstraße) festgelegt.

Der erste Spatenstich erfolgte am 25. Oktober 1988, die Einweihung wurde am 30. Juni 1990 in Verbindung mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Seitdem besitzt der Löschbezirk Gresaubach ein modernes Gerätehaus mit 2 Stellplätzen, einer Umkleide, einem großzügig gestalteten Schulungsraum, eine Küche nebst Abstellraum sowie Toilettenanlagen und Duschgelegenheiten. In diesem Neubau wurden auch Räumlichkeiten für das Deutsche Rote Kreuz Ortsverband Gresaubach geschaffen.

Die letzten Zweifel der Bevölkerung an der richtigen Standortauswahl wurden am Tag der offenen Tür beseitigt.

Im Jahr darauf beging man erneut einen Tag der offenen Tür.

Am 17. und 18. Juli 1993 feierte die Gresaubacher Wehr ihr 110-jähriges Jubiläum sowie 200 Jahre Brandschutz in Gresaubach, da wie bereits anfangs erwähnt die erste Handdruckspritze im Jahre 1793 angeschafft wurde. Die Feierlichkeiten fanden im Festzelt vor dem Feuerwehrgerätehaus statt.

Die in die Jahre gekommene Tragkraftspritze von 1967 wurde 1995 durch eine neue TS 8/8 der Fa. Rosenbauer ersetzt.

Das 30-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr im Löschbezirk Gresaubach wurde  in Verbindung mit einem Tag der offenen Tür in der Zeit vom 26. – 27. August 1995 gefeiert. Unter anderem präsentierte sich die Jugendfeuerwehr mit einer Schauübung.

1996 wurde in einer Hauptversammlung die Anschaffung einer Standarte beschlossen. Im Rahmen des 115-jährigen Jubiläums am 04. + 05. Juli 1998 wurde die feierliche Segnung der Standarte im Rahmen eines Gottesdienstes durch unseren Pastor Paul-Werner Foxius vorgenommen.

Einsegnung der Standarte

Mitte der 90iger Jahre wurden dann die ersten Meldeempfänger durch die Stadt Lebach angeschafft. Ein nicht unerheblicher Teil der Feuerwehrleute hat sich nach und nach auf eigene Kosten mit diesen Meldeempfängern versorgt. Bei verschiedenen Einsätzen  ist daher ein Sirenenalarm nicht mehr nötig und da unser Ort  nur noch über eine Sirene verfügt ist eine Alarmierung  der meisten Wehrmänner somit  gegeben.

Ab dem Jahr 1999 wurde die Wehr nach und nach mit der vorgeschriebenen neuen Einsatzbekleidung (Nomexjacken usw.) eingekleidet.

Anlässlich der Feuerwehrfeste 2001 und 2003 wurden unter anderem Feuerwehrolympiaden für Ortsvereine durchgeführt, die von den teilnehmenden Gruppen mit viel Spaß aufgenommen wurden.

Zum Feuerwehrfest 2006 kam zusätzlich noch ein Wettkampf für auswärtige Wehren hinzu. Die witterungsbedingt stark in Mitleidenschaft gezogene Fassade der Fahrzeughalle wurde im Mai 2008 durch Mitglieder des Löschbezirks erneuert und ein Relief des Schutzpatrons St.Florian angebracht.

Das mittlerweile 25 Jahre alte Fahrzeug, welches über nur 86 PS und keinen Wassertank verfügte, wurde im August 2008 durch ein sehr modernes Löschgruppenfahrzeug 10/10 mit 250 PS, 1000l-Wassertank und umfangreicher Ausstattung ersetzt. Somit ist es möglich verschiedene Einsätze effizienter abzuarbeiten.

Im Jubiläumsjahr 2008 besteht der Löschbezirk Gresaubach aus 38 Aktiven, 14 Alterwehr- und 6 Jugendfeuerwehrkameraden.

Die Entstehung und Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Gresaubach ist das Spiegelbild eines dörflichen Gemeinschaftslebens.  Neben den allgemeinen Feuerwehrtätigkeiten beteiligt sich der Löschbezirk auch an der Gestaltung des Erntedankfestes, am Maibaumsetzen, den kirchlichen Veranstaltungen, Mitgestaltung des Martinsumzuges, Brandschutzerziehung im Kindergarten, der Straßenabsicherung sowie die Stellung von Sicherheitswachen bei Veranstaltungen.

Jahr für Jahr nimmt jeder Feuerwehrmann an etlichen Übungen und Unterrichten teil, besucht Lehrgänge oder sonstige Veranstaltungen um seinen Ausbildungsstand zu verbessern. Im Ernstfall ist er Tag und Nacht zur Stelle um Leben zu retten oder aus einer Not zu helfen.

Seit 1883 tut dies jeder Feuerwehrmann aus dem gleichen Grund gemäß dem Wahlspruch

„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.

   
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